Die Ausbildung
Seit August 2022 heißt der Ausbildungsberuf Kaufmann oder Kauffrau für Versicherungen und Finanzanlagen. Die duale Ausbildung dauert drei Jahre. Statt Fachrichtungen gibt es Wahlqualifikationen, etwa zum Management von Versicherungsfällen, zum Risikomanagement, zur Betreuung von Firmenkunden, zum Vertrieb oder zu Digitalisierungsprozessen. Ausbildungsbetriebe sind vor allem Versicherer, daneben Agenturen und Maklerbüros.
Sachkunde für Vermittler
Wer Versicherungen gewerbsmäßig vermittelt, braucht eine Erlaubnis nach der Gewerbeordnung. Dafür ist unter anderem Sachkunde nachzuweisen, in der Regel durch eine Prüfung vor der IHK zum Geprüften Fachmann oder zur Geprüften Fachfrau für Versicherungsvermittlung. Vermittler werden in das Vermittlerregister eingetragen und müssen sich jedes Kalenderjahr mindestens 15 Stunden weiterbilden. Versicherer müssen nach dem Versicherungsaufsichtsgesetz dafür sorgen, dass ihre Beschäftigten im Vertrieb angemessen qualifiziert sind und sich regelmäßig fortbilden.
Fortbildung
Der nächste Schritt nach Ausbildung und Berufserfahrung ist der Fortbildungsabschluss Bachelor Professional in Versicherungen und Finanzanlagen, der den früheren Fachwirt für Versicherungen und Finanzen ablöst. Daneben gibt es Studiengänge in Versicherungswirtschaft und Aktuarwissenschaft für mathematische Rollen.
Bewerbung
- Nenne Sparten, in denen du gearbeitet hast, und ob du Privat- oder Gewerbekunden betreut hast
- Beschreibe bei Schadenstellen, bis zu welcher Größenordnung du eigenständig reguliert hast
- Frag im Vertrieb nach Provisionsmodell, Stornoregeln und Einarbeitung
- Kläre, ob die Stelle beim Versicherer, bei einer Agentur oder bei einem Makler angesiedelt ist
Quereinstieg
Aus Banken, Kundenservice, Kfz-Werkstätten oder dem Handwerk wechseln viele in die Schadenbearbeitung, weil sie Schäden fachlich einschätzen können. Für den Vertrieb bringen Menschen aus dem Verkauf Erfahrung im Kundengespräch mit. In beiden Fällen gehört eine Einarbeitung in Versicherungsbedingungen und Recht dazu. Wer selbständig vermitteln möchte, braucht einen Sachkundenachweis, meist die Sachkundeprüfung vor der IHK. Vorbereitungskurse bieten IHKs und Bildungsträger an.
Duales Studium
Viele Versicherer bieten neben der Ausbildung ein duales Studium an, etwa in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Versicherung, in Wirtschaftsinformatik oder in Mathematik. Die Praxisphasen verbringst du in verschiedenen Abteilungen des Unternehmens. Informiere dich rechtzeitig, denn Bewerbungen für duale Studienplätze beginnen oft deutlich vor dem Studienstart.
Unterlagen
Für Ausbildungs- und Studienplätze reichen Anschreiben, Lebenslauf und die letzten Zeugnisse. Berufserfahrene legen Arbeitszeugnisse bei und, falls vorhanden, den Nachweis der Sachkundeprüfung sowie Belege über die jährliche Weiterbildung. Nenne außerdem Software und Bestandsführungssysteme, mit denen du gearbeitet hast, denn die Einarbeitung in diese Systeme nimmt bei einem Wechsel oft viel Zeit in Anspruch.